Interview mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Wimmer, Fakultät für Architektur und Bauwesen, Hochschule Karlsruhe - Teil 1/4

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Wimmer, Fakultät für Architektur und Bauwesen, Hochschule Karlsruhe - Teil 1/4

Im Interview mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Wimmer von der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Karlsruhe geht es um das Thema Building Information Modeling (BIM). Wir beleuchten den aktuellen Stand, zukünftige Entwicklungen, notwendige Voraussetzungen und die Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss. In unserem vierteiligen Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Wimmer diskutieren wir diese und weitere relevante Fragen rund um BIM.

Herr Prof. Wimmer, wann kamen Sie das erste Mal mit BIM in Berührung?
Das war 2014, als ich einem Kommilitonen half, seine Masterarbeit zu schreiben. So erfuhr ich zum ersten Mal von der Digitalisierung von Bauprozessen. Seitdem beschäftige ich mich mit BIM. Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass unsere konventionelle Art zu Arbeiten verbesserungsfähig ist: der althergebrachte, planbasierte Prozess, die Datenlage dazu und das asynchrone Arbeiten aller Projektbeteiligten. Als ich zum ersten Mal gesehen habe, welche Möglichkeiten ein BIM-Modell eröffnet, wurde mir klar, wie gut man alles zentralisieren kann. Und ich fragte mich, warum das nicht jeder so macht. Nach der anfänglichen Begeisterung stellte ich dann fest, dass der Teufel im Detail steckt. So habe ich mich durch die Thematik durchgebissen und mir langsam ein Know-how aufgebaut. Mittlerweile gebe ich mein Wissen an die Studierenden der Hochschule Karlsruhe, Fakultät für Architektur und Bauwesen, weiter. Aber BIM bleibt ein Prozess, denn Digitalisierung ist nie zu Ende. Begeistert bin ich nach wie vor, doch die ganze Sache ist aus heutiger Sicht wesentlich komplexer. BIM in der Theorie funktioniert sehr gut, nur stellt uns die Praxis manchmal vor gewisse Herausforderungen. Alles in allem hilft uns BIM die drei K’s, wie ich sie nenne, zu optimieren: Kommunikation, Koordinierung und Kollaboration.

Was macht für Sie die Bedeutung von BIM aus?
In einem Wort: Nähe. Alle arbeiten viel näher zusammen. BIM-Modelle machen es wesentlich einfacher, alle Informationen intuitiv zu verstehen. Wenn man einen CAD-Plan mit mehreren Ebenen vor sich hat, ist das nicht ohne weiteres möglich. Unterschiedliche Informationen wie Linien, Schraffuren, Farben und Texte muss man erstmal interpretieren. Ein 3D-Modell ist hingegen intuitiv verständlich: Ich klicke drauf und weiß, was das Objekt sein soll. Ich verstehe die Zusammenhänge sofort. Das Wichtigste für mich ist, dass man im BIM-Modell die Informationen an zentraler Stelle gestalten kann. Man darf dabei aber auch nicht den Fehler machen zu glauben, dass alles im Modell enthalten sein sollte. Die Branche spricht gerne von der „Single Source of Truth“, also einer einzig gültigen Datenquelle. Das ist zwar richtig, wenn man das BIM-Modell als Datendrehscheibe versteht. Aber viele Informationen sollten darin nicht enthalten sein, sondern lediglich verlinkt werden. Wetterdaten zwecks Simulation sind ein gutes Beispiel: Die ins Modell reinzunehmen, ergibt keinen Sinn.

Sie arbeiten nun schon seit vielen Jahren mit der BIM-Methode. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für eine flächendeckende Umsetzung?
Die größte Herausforderung ist das Umdenken in den Köpfen der Menschen. Die Akteure müssen dafür aus ihrer Komfortzone heraus. Sie müssen sich dem Thema annehmen, um die Vorteile zu sehen. Auf die Frage, warum wir überhaupt etwas ändern sollen, bringe ich gerne das plakative Beispiel von Google Maps. Wir fahren heute alle wie selbstverständlich mit Google Maps herum. Und dass, obwohl wir mit dem ADAC-Straßenatlas doch auch gut angekommen sind. Genau so ist das auch mit der Planung: der Straßenatlas ist planbasiert, Google Maps ist komplett digitalisiert. Das ist nur ein simples Beispiel, das einfach zeigt, was es bringt, wenn man alle Informationen digitalisiert. Und genau so ist es auch mit der BIM-Methode. Wir sollten nicht mehr planbasiert arbeiten, weil das einfach große Nachteile hat. Theoretisch funktioniert es, aber modellbasiertes Arbeiten funktioniert wesentlich besser. Klar, ist es noch ein weiter Weg, bis alles optimal läuft. Aber es geht erstmal um diesen Transformationsprozess in den Köpfen. Das ist das Schwierigste.

Ist tatsächlich Akzeptanz das Problem?
Ja, klar. Viele erfahrene Ingenieure haben sehr junge Teams, die eine Affinität zu Technik haben, die neue Tools anwenden und auch Lust haben zu experimentieren. Denen fehlt aber die Praxis. Also müssen sie mit den erfahreneren Ingenieuren zusammenarbeiten. Die wiederum sehen nicht die Vorteile, weil sie an den traditionellen Arbeitsweisen hängen. Deshalb muss man beide Gruppen zusammenbringen. Mit den erfahrenen Ingenieuren muss man oft viel diskutieren. Sie sind manchmal argumentativ überlegen. Das ist ein Lernprozess für alle. Man kann nicht alles auf einmal umkrempeln und sagen, „so, jetzt machen wir BIM“. Da muss man geduldig und kleinteilig rangehen, Schritt für Schritt.

Wie erklären Sie sich die niedrige Durchdringung mit BIM in der DACH-Region?
Das hat vielleicht etwas damit zu tun, dass wir in diesem Teil der Welt haargenau planen. In der Software-Entwicklung gibt es die Ansicht, dass, wenn etwas in Deutschland funktioniert, es überall funktioniert. Wir wollen auf der Baustelle eben keine bösen Überraschungen erleben. Es liegt aber vielleicht auch an der softwaretechnischen Seite. International gesehen gibt es einen dominanten Player, mit dem international am meisten gearbeitet wird: Autodesk. Das macht die Sache technologisch einfacher, weil es dann nur wenige Schnittstellenprobleme gibt. Ich vergleiche das mit der Microsoft- und der Apple-Welt. Beides zusammen funktioniert auch nicht hundertprozentig. Wenn man da Daten austauscht, dann knirscht das schon mal an der Schnittstelle. Bleibt man bei diesem Vergleich, dann arbeiten international gesehen alle mit Apple und wir in Deutschland mit beidem, Microsoft und Apple. In Deutschland gibt es viele unterschiedlichen Tools, die für ihren jeweiligen Zweck und Anwendungsfall großartig sind. Aber es war historisch gesehen nie gedacht, dass sie interoperabel zusammenarbeiten. Mit der BIM-Methode wird jetzt diese Möglichkeit geschaffen. Es werden nachträglich Schnittstellen etabliert, damit sich die Tools untereinander austauschen können. Das ist ein Prozess auf der softwaretechnischen Seite, der einfach Zeit braucht. Auf der Anwendungsseite planen wir sehr komplex. Wir haben zum Beispiel sehr viele Beteiligte in unseren Projekten. In den USA gibt es eine überschaubare Anzahl großer Bauunternehmen, in Deutschland sind es wesentlich mehr. Unser Markt ist einfach sehr viel komplexer.

Wo sehen Sie bei dieser komplexen Ausgangssituation die größten Herausforderungen von BIM?
In Deutschland sind es tatsächlich die erwähnten softwaretechnischen Unterschiede und die Problematik der Schnittstellen. Das kann teilweise viel Zeit kosten. Die anderen Ingenieursaufgaben warten nicht. Wir haben nicht deshalb mehr Zeit, nur weil es ein BIM-Projekt ist, sondern im Gegenteil: Wir wollen ja schneller und effizienter sein. Und wenn es an den Schnittstellen hakt und wir manuell nacharbeiten müssen, ist das ärgerlich. Mit steigender Erfahrung haben wir aber auch das immer besser im Griff.

Wie verhält sich die Anwendung von BIM im Vergleich zwischen Planung und Bau?
Die Planung ist auf jeden Fall schon weiter. Schließlich sitzen die Planer öfter vor Rechnern, das macht den Zugang einfacher. Auf der Baustelle hingegen ist der Bauleiter froh, wenn er einen Plan hat. Er schaut, dass alles an seinem Platz ist und funktioniert, dann ist gut. Nichtsdestotrotz versuchen wir, auch auf der Baustelle komplett modellbasiert zu arbeiten, zum Beispiel mit Unterstützung von Augmented Reality. Aber die Kollegen müssen dazu geschult werden, und sie müssen auch genügend Zeit für die Schulungen bekommen und das Verständnis dafür mitbringen. Das wird mit der Zeit auch kommen. Ich bin davon überzeugt, dass das wesentlich effizienter ist als mit einem Plan.

Das war Teil 1 des Interviews. Über unsere Social-Media-Kanäle halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.


Die Zukunft des Bauwesens: Integrale Projektabwicklung

Die Zukunft des Bauwesens: Integrale Projektabwicklung

In der Baubranche steht die Integrale Projektabwicklung (IPA) für einen Paradigmenwechsel, der die Art und Weise, wie Bauprojekte geplant, koordiniert und umgesetzt werden, revolutioniert. Diese innovative Herangehensweise integriert alle relevanten Akteure, Prozesse und Informationen von Anfang an und ermöglicht so eine effizientere und ganzheitlichere Abwicklung von Bauprojekten. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die Bedeutung und die Vorteile der Integralen Projektabwicklung für die Baubranche.

Was ist Integrale Projektabwicklung?

Die Integrale Projektabwicklung (IPA) ist ein ganzheitlicher Ansatz, der darauf abzielt, alle relevanten Stakeholder eines Bauprojekts von Anfang an einzubeziehen und gemeinsam an der Planung, Umsetzung und Fertigstellung des Projekts zu arbeiten. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, bei denen die verschiedenen Gewerke oft isoliert voneinander arbeiten und erst in späteren Phasen des Projekts zusammenkommen, fördert die IPA eine enge Zusammenarbeit und Koordination aller Beteiligten von Anfang an.

Die Vorteile der integralen Projektabwicklung

  1. Effizienzsteigerung: Durch die frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure können potenzielle Probleme und Engpässe bereits in der Planungsphase identifiziert und behoben werden, was zu einer insgesamt effizienteren Abwicklung des Projekts führt.
  2. Kosteneinsparungen: Eine bessere Koordination und Planung reduzieren das Risiko von Verzögerungen und Nacharbeiten, was wiederum zu Kosteneinsparungen führt. Darüber hinaus können durch die frühzeitige Identifizierung von Optimierungspotenzialen und effizienteren Arbeitsabläufen die Gesamtkosten des Projekts reduziert werden.
  3. Qualitätsverbesserung: Die enge Zusammenarbeit und Abstimmung aller Beteiligten ermöglicht eine bessere Qualitätssicherung und -kontrolle während des gesamten Bauprozesses. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit von Baumängeln und -fehlern verringert, was zu einem qualitativ hochwertigeren Endprodukt führt.
  4. Kundenorientierung: Durch die Einbeziehung des Kunden in den Planungs- und Entscheidungsprozess können deren Bedürfnisse und Anforderungen besser berücksichtigt werden. Dies führt zu einer höheren Kundenzufriedenheit und stärkt die Kundenbindung.
  5. Nachhaltigkeit: Die IPA ermöglicht eine ganzheitlichere Betrachtung der ökologischen und ökonomischen Aspekte eines Bauprojekts, was zu nachhaltigeren Lösungen führen kann. Durch die frühzeitige Einbindung aller relevanten Fachleute können ökologische und energetische Standards von Anfang an berücksichtigt werden.

Fazit

Die Integrale Projektabwicklung stellt zweifellos eine vielversprechende Zukunft für die Baubranche dar. Durch die enge Zusammenarbeit und Koordination aller Beteiligten von Anfang an können Bauprojekte effizienter, kostengünstiger, qualitativ hochwertiger und nachhaltiger realisiert werden. Die IPA erfordert jedoch ein Umdenken und eine Veränderung der etablierten Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen in der Baubranche. Es ist daher entscheidend, dass alle Beteiligten offen für Innovationen sind und bereit sind, die Chancen zu ergreifen, die die Integrale Projektabwicklung bietet.


Gebäudeenergiegesetz und Gebäudeautomation

Gebäudeenergiegesetz und Gebäudeautomation

Das seit Jahresbeginn geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt unter anderem Mindestanforderungen an die Gebäudeautomation in Nichtwohngebäuden fest.

Mit Gebäudeautomation die Energieeffizienz steigern

Das GEG 2024 stellt mit § 71a die Gebäudeautomation als Möglichkeit für einen energieeffizienten, wirtschaftlichen und sicheren Betrieb bei gleichzeitiger Entlastung des Betriebspersonals in den Mittelpunkt. Neu zu errichtende Nichtwohngebäude müssen ab Anfang 2024 einen Mindestautomatisierungsgrad erfüllen. Nichtwohngebäude im Bestand mit einer Heizungs- oder Klimaanlage > 290 kW müssen bis Ende 2024 mit einem Mindest-Automationsgrad nachgerüstet werden. Dieser Mindest-Automationsgrad umfasst zum einen das Erreichen des Automationsgrades B nach DIN V 18599-11 für die Gewerke Heizung/Kühlung und zum anderen den Einsatz standardisierter Protokolle zur system- und herstellerübergreifenden Kopplung aller Systeme und Anwendungen.

Mindestens Klasse B

Eine Entscheidung zugunsten Gebäudeautomation bedeutet eine Chance zu höherer Energieeffizienz und gleichzeitig höherem Komfort für die Nutzer. Die DIN EN 15232 – auch oft verkürzt als EN 15232 bezeichnet – ermöglicht es, das energetische Einsparpotenzial durch Gebäudeautomation zu ermitteln. Sie enthält im Wesentlichen eine Checkliste, die die Gewerke Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Verschattung und Managementfunktionen systematisch hinterfragt. Noch einmal zur Erinnerung: Der Mindest-Automationsgrad liegt bei „Klasse B“. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch für alle anderen Gewerke Handlungsbedarf besteht.

Klasse A: hoch energieeffizientes Gebäudeautomationssystem (GA-System) und Technisches Gebäudemanagement (TGM)
Klasse B: erweitertes GA-System und einige spezielle TGM-Funktionen
Klasse C: Standard GA-System
Klasse D: GA-System, das nicht energieeffizient ist

Ohne Gebäudeautomation geht es nicht

Ohne Gebäudeautomation ist ein energieeffizientes Gebäude kaum zu realisieren. Somit stellt sich nicht die Frage nach dem „ob“, sondern nach dem „wie“. Dies wiederum sollte projektindividuell entschieden werden. Dazu steht mit der EN 15232 bzw. ISO 52120 eine anwendbare Norm zur Verfügung, mit der sich der Grad der Automation erfassen und bewerten lässt. Über darauf basierende Checklisten und andere Tools lassen sich zudem Varianten vergleichen und das energetische Einsparpotenzial konkret berechnen.

Unsere Expert*innen begleiten Sie gerne durch diesen Prozess.


Neues Jahr, lohnender Ansatz…dranbleiben

Neues Jahr, lohnender Ansatz…dranbleiben

BIM (Building Information Modeling) ist nach wie vor in aller Munde. Gleichzeitig haben wir das Gefühl, die Grundidee und die optimale Vorgehensweise immer wieder beschreiben zu müssen, denn Statistiken und Erfahrungen zeigen, dass BIM einerseits noch immer nicht vollumfänglich in der Praxis angekommen ist und andererseits einige bereits weit vorauseilen.

Gemeinsam Großes schaffen

Alle wissen: Die Immobilien- und Baubranche befindet sich inmitten einer Zeitenwende. Die Erkenntnisse über die Ursachen sind bekannt. Auf dem Weg zur Erarbeitung und Anwendung von Lösungsansätzen liegen jede Menge Stolpersteine. Der Eindruck entsteht, dass uns unsere Nachbarn in Schweden, Dänemark und im angelsächsischen Raum vorauseilen. Dabei gewinnen im Rahmen der digitalen Transformation in der Branche neben BIM auch Begriffe wie LCM (Lean Construction Management) oder IPD (Integrated Project Delivery) immer mehr an Relevanz. Bei BIM und LCM nimmt die Resonanz im Markt zu, bei IPD aktuell noch weniger.

Integrale Planung

Die Integrale Planung setzt auf eine ganzheitliche Betrachtung eines Bauprojekts. Alle relevanten, Fachdisziplinen werden von Anfang an mit einbezogen, um eine optimale Abstimmung und Koordination zu gewährleisten. Architekten, Ingenieure, Bauherren und weitere Stakeholder arbeiten eng zusammen, um Synergien zu nutzen und mögliche Konflikte frühzeitig zu identifizieren. Im Mittelpunkt stehen ein lösungsorientiertes Miteinander und eine intensive sowie präzise Kommunikation während des gesamten Prozesses. Doch erst in Kombination von BIM mit den Grundsätzen von IPD erreicht die Integrale Planung ihre volle Effektivität und Wirtschaftlichkeit. Integrale Planung nach diesem Framework verbessert nicht nur die Qualität des Projekts (Produktes), sondern steigert auch die Effizienz. Zeit- und Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt, was zu einem reibungslosen Ablauf führt. Hinzukommt, dass durch Anwendung der Mehrparteien/Allianzverträge für alle Beteiligten das Projekt durch ein ganz neues Mindset durchdrungen wird. Letztendlich kann dieser Ansatz zu einer Reduzierung der Kosten u.a. in Form von einem Bonussystem bei Unterschreitung von Kostengrenzen führen.

Die Vorteile: Transparenz, Kommunikation und Kooperation

Die integrierte Arbeitsweise ermöglicht, vor Baubeginn Fehler zu erkennen und frühzeitig Lösungen dafür zu entwickeln. Zudem haben alle Projektbeteiligten jederzeit und von überall aus Zugriff auf die relevanten Daten zum Bauvorhaben. Damit steigt die Transparenz, die Kommunikation und das Informationsmanagement werden einfacher, das Miteinander gestaltet sich ganzheitlich und nachhaltig.

Wir möchten Planen und Bauen neu denken

Dies geht nur gemeinsam. Mit Menschen, die das gleiche Mindset teilen und Eingefahrenes hinter sich lassen möchten. In Zusammenhang mit BIM, LCM und IPD spüren und erkennen wir, dass es mühsam ist, sich an diesen Themen abzuarbeiten und die passenden Netzwerke von Partnern, Bauherrn, Planungsbeteiligten oder ausführenden Firmen aufzubauen. Veränderungen sind oftmals erst über größere Zeiträume sichtbar.

Dennoch, die Vorteile überwiegen: Es lohnt sich, in diese Themen zu investieren und Netzwerke aufzubauen, auch in 2024. Also, dranbleiben!


Wechselwirkung zwischen BIM und der Kreislaufwirtschaft im Lebenszyklus

Wechselwirkung zwischen BIM und der Kreislaufwirtschaft im Lebenszyklus

BIM trägt substanziell zur Förderung der Kreislaufwirtschaft bei, indem es die nahtlose Integration von Daten bezüglich Materialien und Ressourcen in den Verlauf von Planungs- und Bauprozessen ermöglicht.

Die Bau- und Immobilienwirtschaft benötigt Konzepte und Lösungsansätze, die eine nachhaltige Zukunft gewährleisten. In diesem Zusammenhang stellen Building Information Modeling (BIM) und die Kreislaufwirtschaft zwei eng miteinander verbundene Konzepte dar, die im Zusammenspiel eine nachhaltigere Perspektive für die Bauwirtschaft eröffnen können.
BIM verkörpert einen methodischen Ansatz zur Erstellung und Verwaltung digitaler Gebäudemodelle. Diese Modelle sind umfassend mit Daten zu den Gebäudekomponenten, einschließlich Materialien, Systemen und Anlagen, angereichert. BIM ermöglicht es den Beteiligten, Informationen effizient auszutauschen, zu ändern und zu nutzen, um die Planung, den Bau, den Betrieb und den Rückbau von Gebäuden zu optimieren.

Die Kreislaufwirtschaft hingegen manifestiert sich als ein Paradigma, das darauf abzielt, Abfall zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und Umweltauswirkungen zu minimieren. Hierbei liegt der Fokus darauf, Materialien und Produkte in einer Art zu gestalten, welche ihre Wiederverwendbarkeit, ihr Recycling oder biologischen Abbau am Lebensende ermöglicht. Die Kombination von BIM und Kreislaufwirtschaft ermöglicht eine umfassendere Nachhaltigkeitsdimension über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken. Beispielsweise können in BIM-Modellen Informationen über die Materialzusammensetzung und das Potenzial von Materialien für eine spätere Wiederverwendung oder ein Recycling erfasst und ausgewertet werden. So können Gebäude von Anfang an für eine spätere Wiederverwendung oder ein Recycling geplant werden. Darüber hinaus ist BIM in der Lage, den Ressourcenabbau zu begrenzen, indem die Projektbeteiligten die benötigten Materialien und deren Verwendung detailliert planen können. Dadurch kann der Materialverbrauch reduziert und eine effiziente Ressourcennutzung sichergestellt werden.

Die Überwindung von Herausforderungen erfordert eine innovative Bewältigungsstrategie auf dem Weg in eine nachhaltig ausgerichtete Zukunft.

Obwohl die Verschmelzung von Building Information Modeling (BIM) und Kreislaufwirtschaft eine vielversprechende Synergie darstellt, zeigen sich auch spezifische Herausforderungen bei der Umsetzung dieser beiden Konzepte. Eine der größten Herausforderungen ist die mangelnde Eignung vieler Baumaterialien für die Wiederverwendung oder das Recycling. In dieser Hinsicht ist es wichtig, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft bereits in der Planungs- und Entwurfsphase eines Bauwerks zu berücksichtigen, um die spätere Wiederverwendbarkeit oder Recyclingfähigkeit der Materialien zu gewährleisten.
Darüber hinaus ist die Vollständigkeit des konsolidierten BIM-Modells von entscheidender Bedeutung, um ein effizientes Ressourcenmanagement im Kontext der Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Dazu gehören genaue Informationen über die Materialzusammensetzung, die Herkunft der Materialien, ihre Verwendung im Gebäude und das Potenzial für Wiederverwendung oder Recycling am Ende des Lebenszyklus des Gebäudes. Zusätzlich erfordert das Management von Wiederverwendungs- und Recyclingaspekten innerhalb eines Kreislaufwirtschaftssystems eine vielschichtige Komplexität. Hier ist eine enge Kooperation und Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren wie Bauherren, Planern, Bauunternehmern und Recyclingunternehmen notwendig, um eine reibungslose Umsetzung der Kreislaufwirtschaft zu gewährleisten.

Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert innovative Ansätze und Lösungen. Dies betrifft auch die Integration von BIM und Kreislaufwirtschaft auf mehreren Ebenen, einschließlich der Interoperabilität von Daten aus verschiedenen Softwarelösungen, der Nutzung von Material- und Umweltdaten über den gesamten Lebenszyklus sowie der Gewährleistung von Datenhoheit und -sicherheit.

Die Synergien zweier Konzepte als Katalysator für neuartige Innovationsimpulse im Lebenszyklus eines Gebäudes.

Die Synergien von BIM und dem Konzept der Kreislaufwirtschaft zeigen nicht nur Herausforderungen, sondern auch ein erhebliches Potenzial für Innovationsimpulse im Kontext der Bau- und Immobilienwirtschaft, wie die folgende Auflistung verdeutlicht:

• Generierung neuer Geschäftsmodelle: Die Integration von Konzepten der Kreislaufwirtschaft in den Kontext von BIM kann die Etablierung neuer Geschäftsmodelle induzieren. Ein beispielhaftes Szenario wäre die Spezialisierung von Unternehmen auf das Recycling von Baustoffen oder die Etablierung einer Plattform für den Handel mit wiederverwendbaren Materialien.

• Nachhaltige Gebäudeplanung: BIM kann genutzt werden, um die Nachhaltigkeit von Gebäuden von Anfang an zu planen und zu optimieren. Durch die Integration der Kreislaufwirtschaft in die Planung können Abfallvermeidung, Recycling und Wiederverwendung von Materialien in den Entwurf integriert werden. So können Gebäude von Anfang an nachhaltiger gestaltet werden.

• Optimierter Materialeinsatz: Durch die Einführung von Building Information Modeling (BIM) können Materialien präziser geplant und eingesetzt werden. Dadurch kann der Materialverbrauch reduziert werden, was sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.

• Optimierung des Energieverbrauchs: Durch die Verknüpfung von BIM mit Konzepten der Kreislaufwirtschaft kann der Energieverbrauch von Gebäuden optimiert werden. BIM ermöglicht die Erfassung von Energieverbrauchsdaten, die zur Minimierung des Energiebedarfs von Gebäuden genutzt werden können. Durch die Integration von Konzepten der Kreislaufwirtschaft können zudem erneuerbare Energiequellen bevorzugt und der Energieverbrauch weiter reduziert werden.

• Digitale Demontage (Rückbau): BIM kann auch zur Optimierung des Rückbaus von Bauwerken und der effizienten Wiederverwertung von Materialien eingesetzt werden. Die digitale Dokumentation von Materialien und ihren Eigenschaften ermöglicht eine verbesserte Sortierung und Wiederverwertung, was zu einer effizienteren Wiederverwendung von Materialien führt und Abfall minimiert.

• Festlegung von Rückbau- und Recyclingstrategien: BIM kann genutzt werden, um Informationen über das Alter, den Zustand und die Zusammensetzung von Materialien in Bauwerken zu sammeln. Diese Informationen können dazu beitragen, Strategien für einen geordneten Rückbau und ein effektives Recycling von Gebäuden zu entwickeln, was zu einer optimierten Nutzung von Materialien führt.

• Innovation und neue Technologien: Die Verschmelzung von BIM und Kreislaufwirtschaft kann zur Generierung neuer Technologien und Instrumente beitragen, die die Nachhaltigkeit im Bausektor vorantreiben. Neue Softwaretools könnten entwickelt werden, um die Bewertung der Kreislauffähigkeit von Materialien zu ermöglichen oder bestehende Technologien wie Blockchain zu nutzen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Verknüpfung von digitalen Lösungen wie Building Information Modeling mit Konzepten wie der Kreislaufwirtschaft ein erhebliches Innovations- und Nachhaltigkeitspotenzial für die Bau- und Immobilienwirtschaft eröffnet. Auch wenn Herausforderungen bei der Umsetzung bestehen, können diese durch kooperatives Handeln der Akteure und die Entwicklung von Strategien mit entsprechenden Standards überwunden werden. Durch die Synthese von digitalen Werkzeugen und nachhaltigen Konzepten können Bauwerke in Zukunft so geplant und errichtet werden, dass ihr Energieverbrauch reduziert, ihre Abfallproduktion minimiert und ihre Lebensdauer verlängert wird.


Technologie Architekten

Technologie Architekten

Wir spüren den Wandel, dem wir ausgesetzt sind, jeden Tag.

Aus den Anfängen des klassischen Ingenieurbüros heraus hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Unternehmensgruppe entwickelt. Aus dem klassischen Ingenieurbüro zur Unternehmensgruppe TMM.

Dreh- und Angelpunkt unseres täglichen Handelns sind Fragestellungen und Arbeitspakete, die sich aus Projektzusammenhängen entlang des Lebenszyklus ergeben und sich zu einem wissensbasierten Input, der fachlichen Expertise, verdichten.

Wir stellen fest, dass dies immer mehr über eine reine Technik-Fokussierung hinausgeht. Neben rein technischen Darstellungen, Expertisen und Prinzipien sind wirtschaftliche, rechtliche und soziale Faktoren relevant, die den Handlungsprozess zur Zielfindung beeinflussen.

Mit reiner Technik, der fachlichen Expertise – fokussiert auf den eigenen Fachbereich – lassen sich Projektaufgaben nicht mehr bewältigen. Es bedarf des technologischen Ansatzes, der neben der Technik auch wirtschaftliche und soziale Faktoren, Projektpartner und Kunden in die Projektbearbeitung einbezieht. Bedeutet: Eco-Systeme zu orchestrieren.

Die Erfahrung zeigt, dass Projektzusammenhänge, welche die technische Gebäudeausrüstung betreffen heute und in Zukunft immer mehr in komplexe technologische Fragestellungen eingebunden sind. Die technische Gebäudeausrüstung wird immer mehr zum gestaltenden und bestimmenden Element bei der Lebenszyklusbetrachtung einer Immobilie. Dies geschieht, eingebunden in die Führung und Steuerung der komplexen Arbeitspakete in einem dynamischen Projektumfeld, unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und sozialen Faktoren.

Kunden und Projektpartner, verbinden damit auch in den digitalen Prozesslandschaften die Erwartung an Nähe, Führung und Sicherheit.

So verstehen wir uns als Technologie Architekten, gestaltend und führend im Projektbezug: Wir verantworten die technische Gebäudeausrüstung, integrale Planung und digitale Prozesslandschaften für anspruchsvolle Bauprojekte. Im Lebenszyklus einer Immobilie sind die Fragen rund um Energie, Sicherheit und Nachhaltigkeit immer mehr entscheidend. Als Technologie Architekten möchten wir zu Konzepten und Lösungen beitragen, die sich auch morgen als intelligent erweisen.


Der neuralgische Punkt!?

Der neuralgische Punkt!?

>> neuralgischer Punkt, Stelle eines oberflächlich verlaufenden Nervs, an dem durch Drücken oder Stoßen eine schmerzhafte und elektrisierende Empfindung ausgelöst werden kann <<

Aus Perspektive der BIM-Methode suchen wir genau diesen Punkt – den neuralgischen Punkt…und am besten gleich mehrere davon.

Neuralgisch kann in diesem Zusammenhang mit „empfindlich“ oder „kritisch“ übersetzt werden. Im Zuge unserer Projektbearbeitung stoßen wir auf viele dieser empfindlichen oder kritischen Punkte. Meist sind es Situationen, in denen Interaktionen von Projektbeteiligten erforderlich sind. Der eine benötigt etwas, der andere ist aber noch nicht fertig. Zu oft steckt in diesen neuralgischen Punkten auch immer ein hohes Konfliktpotential.

Stellen Sie sich mal vor, wie es wäre, genau diese neuralgischen Punkte im Vorfeld zu identifizieren und das Projekt, inklusive aller Beteiligten entsprechend auszurichten. Zugegeben, wir werden es nicht schaffen, diese meist störungsanfälligen Bereiche komplett zu kontrollieren, aber wir können Ihnen mit dem entsprechenden Bewusstsein und der aus der Erfahrung gewonnenen Weitsicht dabei helfen das Konfliktpotential weitestgehend zu minimieren.

Zurecht können Sie jetzt fragen: „Was hat das denn mit BIM zu tun? Das sind doch klassische Projektsteuerungsaufgaben.“ Das ist richtig, aber auch die BIM-Verantwortlichen müssen sich darauf trainieren, Ihre Leistungen auf diese empfindlichen Punkte in der Projektabwicklung auszurichten. Schaffen wir es diese Punkte zu unterstützen und alle Beteiligten dafür zu sensibilisieren, erzeugen wir einen Mehrwert für das Projekt.

Das ist eine wichtige Grundlage für die langfristige Implementierung der BIM-Methode in den Projekten. Weg von versuchten allgemeingültigen standardisierten Anwendungsfällen hin zu einem konkreten, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Beitrag für den Projekterfolg.

Liebes Netzwerk, gerne laden wir Sie ein, an diesem Gedankenspiel teilzunehmen.

Natürlich unterstützen wir Sie gerne in Ihrem Projekt zur Identifizierung der neuralgischen Punkte und den entsprechenden Vorbereitungen darauf.


Informationsmanagement ohne Verschwendung durch Excel

Informationsmanagement ohne Verschwendung durch Excel

Um eines gleich mal vorwegzunehmen, dieser Beitrag soll kein Bashing gegen Excel sein, sondern lediglich die Frage stellen, ob es manchmal nicht Werkzeuge gibt, die eine bessere Wahl wären.

Im Allgemeinen wird Informationsmanagement von verschiedenen Autoren als Planen, Gestalten, Überwachen und Steuern von Informationen und Kommunikation in Organisationen zur Erreichung der entsprechenden Ziele bezeichnet. Das Informationsmanagement befasst sich mit Informationsflüssen innerhalb einer Organisationseinheit, welche in der BIM-Methode mittels Anwendungsfälle abgegrenzt, erfasst und definiert werden.

In der modellbasierten Arbeitsweise wird oft von der „single source of truth“ gesprochen, die wir doch alle als so richtig und wichtig erachten. Diese eindeutige Quelle fehlt aus unserer Sicht in den meisten Fällen eines Informationsmanagements mit der BIM-Methode. Betrachten wir einmal die Definition der Informationsanforderungen, findet diese aus unserer Sicht in 95% aller BIM-Projekte in Excel statt. Diese Excel-Dateien führen gerade in der Rolle des BIM Managers und in der jeweiligen Projektvorbereitung zu einer enormen Verschwendung von Ressourcen. Sind die für das Projekt relevanten Inhalte vorhanden, stimmt die Zuordnung zu den im BIM-Abwicklungsplan enthaltenen Anwendungsfällen und sind die Attributnamen richtig geschrieben? Kurzum: Das „Gefühl“ beim Versand der Anforderungen war in der Vergangenheit nie so richtig zufriedenstellend. Um einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) gerecht zu werden, wurden größte Anstrengungen unternommen, um die entsprechenden Excel-Tabellen zu organisieren, zu strukturieren und aktuell zu halten.

Und wie gehen wir von der TMM Group damit um? Die Relationen, die sich aus unserem BIM-Qualitätsanspruch bei konsequenter Anwendung ergeben, konnten in Excel nicht mehr abgebildet werden. Die Zielsetzung, sämtliche Informationsanforderungen auf Datenebene zu erfassen und diese im Projekt für alle Informationsliefer- und Qualitätssicherungsprozesse zentral und eindeutig zur Verfügung zu stellen, macht das Anforderungsprofil einer Excel-Alternative sehr komplex. Für dieses Problem gibt es Lösungen, die wir Ihnen bei Bedarf gerne vorstellen.

Dieser Beitrag verfolgt nicht das Ziel, Ihnen ein Produkt anzubieten. Allerdings möchten wir gerne herausfinden, ob Sie unsere Ansichten teilen und wenn ja, die Frage erörtern, warum uns nach wie vor in nahezu jedem Projekt Excel-Tabellen mit Informationsanforderungen erreichen.

Sind Sie an einem Gedankenaustausch interessiert? Unser Team steht Ihnen gerne für weiterführende Gespräche zur Verfügung.


Herzlich willkommen bei der TMM Group

Ein Erfahrungsbericht von Daniel Eichwald

Im Interview möchten wir wissen, wie Daniel das Onboarding bei uns empfunden hat. Was hat er als positiv, was als negativ wahrgenommen? Gibt es etwas, was er Neueinsteigern empfehlen würde?

Daniel, in welchem Bereich bist Du bei uns tätig und was sind Deine Aufgaben?

Ich habe im Februar 2023 als Projektleiter bei der TMM Group angefangen. Aktuell bin ich in verschiedenen Projekten aus dem Bereich Automotive involviert, in denen ich für die Kommunikation, Überwachung und proaktive Steuerung der jeweiligen Projektziele (Termine, Kosten, Ausführungsqualitäten) und im Sinne des gemeinsamen Projekterfolgs auch für die Kollaboration zwischen den unterschiedlichen internen wie auch externen Projektbeteiligten verantwortlich bin.

Beschreibe doch mal den Weg, wie Du zu uns gefunden hast.

Über den Kontakt mit Prof. Dr. Ing. Alexander Lange, den ich während meiner Fortbildung zum „Lean Construction Experten nach VDI 2553“ im Jahr 2022 kennenlernen durfte. Und natürlich über den Kontakt mit meinem jetzigen Kollegen Jonathan Utsch, der zeitversetzt dieselbe Fortbildung gemacht hat.

Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive im Herbst 2022, habe ich mich für ein Engagement bei der TMM Group entschieden. Ausschlaggebend war die offene, vertrauensvolle und sympathische Kommunikation mit Christoph Glaser (Geschäftsführer TMM Group). In unseren Gesprächen haben wir uns neben fachlichen Themen auch über unsere Wertvorstellungen ausgetauscht und dabei eine große Schnittmenge identifiziert.

Was war Dein erster Eindruck von uns?

Kurz gesagt: Es war alles sehr stimmig. Die Wertschätzung im Umgang innerhalb der TMM Group hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Wie lief das Onboarding bei uns ab?

Sehr professionell. Das Onboarding wurde gruppenweit organisiert, war auf eine angenehme Weise strukturiert und sowohl von Wertschätzung als auch von einer ausgesprochenen Willkommenskultur geprägt. Das Onboarding am ersten Tag wurde durch ein gemeinsames Mittagessen abgerundet.

Wie haben sich Deine Erwartungen an uns von der Realität unterschieden?

Ich formuliere es mal so: Bisher scheint die Sonne, aber als realistischer Mensch bin ich mir auch im Klaren darüber, dass es gelegentlich auch stürmisch werden kann. Meine vorab gesammelten Informationen und Eindrücke deckten sich mit meinen Erfahrungen.

Was ist Dir generell als besonders positiv aufgefallen? Konntest Du schon ein paar schöne Erlebnisse sammeln?

Das Onboarding endet nicht am ersten Tag. Die neuen Mitarbeiter werden über mehrere Wochen hinweg in internen Schulungen an die Prozesse und Projektarbeitsabläufe herangeführt. Die „Werbung“ hinsichtlich des Onboardings, wie sie oft in Stellenanzeigen angepriesen wird, hat Substanz bei der TMM Group und ist nicht nur eine Seifenblase. Wie bereits gesagt, der Inhalt passt zur Verpackung.

Das größte Highlight bisher war der ganztägige TMM Group Work-Day am 24. März 2023 im Bernhäuser Forst in Filderstadt – gutes Gemeinschaftsgefühl, gute Gespräche und gute Impulse – eine rundum gelungene Veranstaltung abseits vom Büroalltag.

Welchen Rat würdest Du Neueinsteigern geben?

Nachfolgend ein Gedanke, den ich aus dem TMM Group Work-Day mitgenommen habe. Stelle dir mal selbst die Frage: „Warum und wozu investiere ich Zeit in meine Rolle und Aufgabe im Unternehmen? Die entsprechende Antwort ist individuell und spiegelt mitunter die eigene Persönlichkeit wider.

  1. Arbeiten zu können – unabhängig von der spezifischen Art der Arbeit – ist ein grundsätzliches Privileg und gehört in einem gesunden Maß auch zur Lebensaufgabe und zum Lebenssinn.
  2. Aus dem Bewusstsein dieses Privilegs entspringt Dankbarkeit.
  3. In der Grundhaltung ist Dankbarkeit die Basis. Die Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen (ja, auch mit schwierigen Menschen) führt zu Herausforderungen, an den ich mich weiterentwickeln, wachsen und reifen darf – in der eigenen Integrität, um die beste Version meiner Selbst zu werden.


Lean Construction – Hype oder Trend?

Potenziale der Lean Construction Methode

Welche Lean Prinzipien gibt es und in welcher Leistungsphase lassen sich entsprechende Steuerungsmethoden sowie Prozessanalysen anwenden? Sind die Bestandteile von Lean Construction (Lean Management in der Baubranche) wirklich nur banale Haftnotizen und noch mehr Besprechungen in der sowieso schon eng getakteten Besprechungslandschaft im Planungsprozess bzw. in der Bauausführung? Um diese Fragen und Unklarheiten kurz und prägnant zu beantworten: Lean Construction ist weitaus mehr und stellt bei zielgerichteter Anwendung in den unterschiedlichen Projektphasen einen echten Mehrwert dar.

Lean Construction – Hype oder Trend?

„Lean“ ist nicht nur eine Art „Hype“, oder etwas, was zufällig gerade „in“ ist und somit automatisch fester Bestandteil eines Bauprojekts sein muss. Wenn man sich mit den Mechanismen der Lean-Methode im Detail beschäftigt, wird schnell klar, dass Lean Construction nicht ohne Grund im Fokus steht und somit ganz klar einen Trend darstellt. Warum ist das so? Projekte können durch Anwendung und Wissenstransfer der Lean Prinzipien zuverlässiger und effizienter abgewickelt werden. Dabei geht es vor allem darum, eine transparente Zusammenarbeit im Projektteam zu etablieren, Synergieeffekte und Störfaktoren frühzeitig zu erkennen und dadurch Verschwendungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Lean Construction ist Bestandteil der Bauausführung und besteht aus nicht-klebenden Haftnotizen sowie unnötigen Besprechungen. Falsch!

Analog zu BIM wird bei Lean Construction ebenfalls ein durchgängiger Informationsfluss sowie eine enge und koordinierte Zusammenarbeit angestrebt. Wir arbeiten daran Synergieeffekte zwischen BIM und Lean zu erkennen und beides miteinander zu vernetzen. Durch Anwendung einer Gesamtprojekt-Prozessanalyse wird bspw. bereits zu Beginn eines Bauprojekts ein belastbarer Gesamtfahrplan erarbeitet und ein gemeinsames Verständnis im Projektteam etabliert.

Im weiteren Planungsprozess können je nach Leistungsphase und Planungsinhalt durch Anwendung von geeigneten Lean Construction Steuerungsmethoden sowohl die Scrum Methodik für die Orchestrierung im Planerteam als auch die für unsere Bedürfnisse und Projekte in der TMM Group entwickelte und etablierte Lean Design Methode in späteren Planungsphasen zur präzisen Steuerung des Planerteams verwendet werden.

In der Bauausführung können durch Anwendung geeigneter und projektspezifisch angepasster Terminplanungs- und Steuerungsmethoden Störfaktoren frühzeitig erkannt und beseitigt werden.

Egal ob in den Planungsphasen oder in der Bauausführung, durch Anwendung der Methoden können Besprechungslandschaften „Lean“ gehalten werden, da alle Informationen zentral gesteuert und koordiniert werden. Eine „Orchestrierung“ des gesamten Projektteams, bei der jedes Glied (Gewerk) einen wichtigen Bestandteil darstellt, wird auf diese sichergestellt. Bei der TMM Group haben sich dabei sowohl digitale Planungsabstimmungen als auch analoge „Lean“-Besprechungen durchgesetzt, da beide Vorgehensweisen ihre Vorzüge mit sich bringen. Dabei steht eine partnerschaftliche und transparente Zusammenarbeit im Fokus.

Eine abgestimmte Planung schafft Effizienz und vermeidet Verschwendung!

Durch kurzzyklische Kontrollen des Projektfortschritts sowie Einhaltung von Meilensteinen nähern wir uns zuverlässig dem Projektabschluss. Dabei finden beispielswiese in regelmäßigen Abstimmungen modellbasierte Schnittstellenbesprechungen im Planungsteam statt, um anhand der aktuellen 3D-Planung Kollisionen und Abhängigkeiten „live“ abzustimmen – dadurch können effiziente Ergebnisse erzielt werden.

Außerdem können durch Einbindung der ausführenden Firmen in die Terminplanung der Bauausführung Abhängigkeiten zum jeweiligen Gewerk rechtzeitig erkannt und abgestimmt werden – der Ausführung einer abgestimmten Planung in abgestimmter Reihenfolge steht also nicht mehr im Wege, termingerecht und ohne Unvorhergesehenes.

Bei uns in der TMM Group steht nicht der unreflektierte Einsatz theoretischer Methoden im Fokus, sondern die für ein spezifisches Projekt geeignete und bei Bedarf angepasste Methode im Vordergrund, um partnerschaftlich effizient ein Projekt abwickeln zu können. Dabei geht es nicht nur um die Anwendung von Methoden, sondern viel mehr um ein tägliches Erleben von Lean Prinzipien um Verbesserungspotentiale zu entdecken und diese langfristig zu etablieren und zu standardisieren – ganz im Sinne von Lean.


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